Tempera

Mutterbegriff: Malerei, Bindemittelsysteme, Malfarben

[lat.: temperare = vermengen, (im richtigen Verhältnis) mischen]
 
Die Farbstoffe für die Temperamalerei bestehen aus anorganischen ->Pigmenten und einem Emulsionsbindemittel mit einer fetten oder harzigen (Leinöl, Leinölfirnis, Mohnöl oder Nussöl) und einer wässrigen Komponente (Ei, Leim, Gummiarabicum, Stärke). Bei hohem Öl- bzw. Harzanteil lassen sie sich nur in ähnlicher Form vermalen wie * Ölfarben. Wenn die wässrigen Bestandteile überwiegen, kann man sie wie ->Gouachefarben mit Wasser verarbeiten. Temperamalerei war vom Beginn der Malerei an eine der gebräuchlichen Techniken.
 
Wirkunsgmäßig zwischen deckenden Wasserfarben (Oberflächenlicht z.B. bei Guachen) und Ölfarben (Tiefenlicht) Neigt je nach Verhältnis von wässrigen und öligen Bindemitteln
 
Literatur: E. BERGER, Quellen u. Techniken der Fresko-, Öl- und T. des MA, München 1912; O. DANNENBERG, Die T., ihre Bindemittel, Malgründe und Malweisen, Hannover, Wien 1925; K. WEHLTE, T. Einführung in die Werkstoffe und Malweisen, Ravensburg 1954; E. BERGER, Quellen und Technik der Fresko-, Oel- und T. ..., Walluf-Nendeln 1973; A. KNOEPFLI, O. EMMENEGGER u. a., Reclams Handb. d. künstler. Techniken, Bd. 2, Stuttgart 1990. „ http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_8940.html Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann