Säule

Mutterbegriff:

Als Säule bezeichnet man ein im Querschnitt rundes, polygonales oder profiliertes, senkrecht stehendes Stützglied in der Architektur, das sich zumeist nach oben verjüngt und eine Entasis (Schwellung) aufweisen kann.

Oft in Verbindung mit Pfeilern (Stützenwechsel), können Säulen ein Gebälk, Arkaden oder ein Gewölbe eines architektonischen Baukörpers tragen und dabei teilweise oder vollständig die gemauerten Wände ersetzen.
Sie können jedoch auch allein der Gestaltung dienen oder als Monumente isoliert stehen.

 

Zumeist gliedert sich eine Säule in drei einzelne Elemente:
Auf einer Basis ruht der Schaft, der von einem Kapitell bekrönt wird.


Die Kombination sowie die unterschiedliche Form und Gliederung von Basis, Schaft und Kapitell bilden festgelegte Säulenordnungen und kennzeichnen bestimmte Baustile.

 

 

 

 

 

Neben Vollsäulen gibt es noch weitere Säulenformen:

1. Eine Säule, deren Schaft zu Dreiviertel aus einer rückwärtigen Wand oder aus einem Pfeilerkern hervortritt, nennt man Dreiviertelsäule.
2. Eine Säule, deren Schaft zur Hälfte aus einer rückwärtigen Wand oder aus einem Pfeilerkern hervortritt, nennt man Halbsäule.
3. Eine Säule, deren Schaft zu einem Viertel aus einer rückwärtigen Wand oder aus einem Pfeilerkern hervortritt, nennt man Viertelsäule.

4. Eine viertel-, halb- oder dreiviertelkreisförmige Säule mit geringem Radius, die einem tragenden Element, d.h. einer Wand vorgelegt oder an einen Pfeiler gebunden ist, nennt man Dienst.
Dieser nimmt Gurte (Gewölbefelder trennende Bögen) und Rippen (tragende Konstruktionselemente eines Gewölbes) auf, setzt sie fort und trägt deren Lasten. Mehrere Dienste bilden ein Dienst- oder Säulenbündel.

5. Säulen können außerdem gekuppelt in Paaren oder Gruppen auftreten.


Freistehende Säulen, wie etwa die sogenannten Triumphsäulen, haben in der Regel eine spezifische symbolische Bedeutung.


Abbildungsnachweis
Cole, Emily (Hg.): Stilformen und Epochen der Weltarchitektur, Köln 2005, S. 132 (bearbeitet).

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