Stützenwechsel

Mutterbegriff:

Als Stützenwechsel bezeichnet man den rhythmischen Wechsel zwischen Pfeilern und Säulen in der (vor-) romanischen Sakralarchitektur.

Im Langhaus (vor-) romanischer Basiliken kann sich ein regelmäßig wiederkehrender Stützenwechsel von Pfeiler (a) und Säule (b) in der Abfolge

1. a-b-a-b ergeben, d.h. Pfeiler und Säule folgen abwechselnd aufeinander. Dieser wird Rheinischer oder auch Einfacher Stützenwechsel genannt.

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Gernrode, St. Cyriakus, Grundriss. Bild anzeigen
Gernrode, St. Cyriakus, Grundriss.
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Stützenwechsel.
oder

2. a-b-b-a ergeben, d.h. je zwei Säulen folgen auf einen Pfeiler. Dieser wird Sächsischer Stützenwechsel genannt.
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Hildesheim, St. Michael, Grundriss. Bild anzeigen
Hildesheim, St. Michael, Grundriss.
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Stützenwechsel.

Ein Stützenwechsel erfolgte nicht willkürlich, sondern sollte die geometrische Struktur der Architektur betonen und das Raumgefüge kennzeichnen.

In der Gotik wurde der Stützenwechsel aufgegeben, da es bei der Einführung des Kreuzgratgewölbes üblich wurde, den Pfeilern Dienste (viertel-, halb- oder dreiviertelkreisförmige Säulen) vorzulegen. Dabei wurden die zwischen liegenden Säulen durch meist schlichte Pfeiler ersetzt, so dass eine rhythmische Anordnung erhalten blieb.

Abbildungsnachweis
Schulze, Hans K.: Das Stift Gernrode [Mitteldeutsche Forschungen, Bd. 38], Köln 1965, Tafel V., Abb. 5.
Sommer, Johannes: St. Michael zu Hildesheim, Königstein im Taunus 1978, S. 19 und 27.
Toman, Rolf: Die Kunst der Romanik. Architektur - Skulptur - Malerei, Köln 1996, S. 40.
Voigtländer, K.: Die Stiftskirche zu Gernrode, Berlin 1980, S. 28, Abb. 2 und Abb. 111.

KS