Pfeiler

Mutterbegriff:

Als Pfeiler bezeichnet man ein im Querschnitt quadratisches, recht- oder vieleckiges oder reich profiliertes, senkrecht stehendes Stützglied in der Architektur.

Oft in Verbindung mit Säulen (Stützenwechsel), können Pfeiler ein Gewölbe oder Arkaden eines architektonischen Baukörpers tragen und dabei teilweise oder vollständig die gemauerten Wände ersetzen oder einen Lastenschub stützen.


Anhand der Gestaltung und der jeweiligen Funktion werden verschiedene Pfeilertypen unterschieden. Man spricht von Frei-, Wand-, Eck-, Kreuz,- Rund- oder Bündelpfeilern.

 

1. Ein Freipfeiler ist ein freistehender Pfeiler.

 

 

 

 


2. Ein Wandpfeiler ist ein Pfeiler, der im Verbund mit der rückwärtigen Wand steht.

a) Er kann als Pilaster, einem nur wenig aus einer Wand hervortretenden, rechteckigen Pfeiler ausgebildet werden.
b) Er kann als Strebepfeiler ausgebildet werden.

 

 

 

3. Ein Eckpfeiler ist ein Pfeiler, der an den Ecken eines architektonischen Baukörpers oder einer Säulenreihe steht.

 

 

 

 

 

4. Ein Kreuzpfeiler ist ein Pfeiler mit kreuzförmigem Querschnitt.

 

 

 

 

 

5. Ein Rundpfeiler ist ein Pfeiler mit rundem Querschnitt, der im Unterschied zur Säule weder eine Entasis noch eine Verjüngung aufweist, sondern überall denselben Durchschnitt besitzt.

 

 

 

 

 

6. Ein Bündelpfeiler ist ein Pfeiler, den mehrere viertel-, halb- oder dreiviertelkreisförmige Säulen mit geringem Radius (Säulendienste) umgeben. Diese Bündelung kann in so dicht werden, dass der eigentliche Pfeilerkern nicht

mehr zu erkennen ist.

 

 

 



Ein Pfeiler kann in Basis, Schaft und Kapitell gegliedert sein. Zum Aufsetzen der Arkaden sind Kapitelle aber nicht nötig, stattdessen können Deckplatten oder Kämpfergesimse vermittelnd oder akzentuierend eingeschoben werden.


Abbildungsnachweis
Koepf, Hans: Bildwörterbuch der Architektur [Kröners Taschenausgabe Bd. 194], 3. Aufl. überarb. durch Binding, Günther, Stuttgart 1999, S. 354 (bearbeitet).

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