Lasur

Mutterbegriff: Künstlerische Techniken
Lasur, lasieren, Lasureffekt

Sehr dünner Farbauftrag mit stark verdünnten oder durchsichtigen Farben, durch den der Grund oder die darunter liegenden Farbschichten durchscheinen.
Man kann nicht nur mit Aquarellfarben lasieren, sondern auch mit vielen deckenden Farben, wie Ölfarben oder Gouache, indem man sie mit einem zum Bindemittelsystem passenden Verdünnungsmittel oder Lösemittel verdünnt. Gegenüber der -> Primalmalerei weisen Lasuren ein gewisses ->Tiefenlicht auf.
 
Lasurfarben sind einerseits solche ->Pigmente, die infolge ihrer großkristallinen Struktur durchsichtig werden, wenn sie in lichtbrechenden Bindemitteln eingebettet liegen. Andererseits versteht man darunter Farbensysteme oder Malweisen, die so viel lichtbrechende Bindemittel enthalten, dass zwischen den Pigmentteilchen die darunterliegenden Schichten hindurch schimmern (Ölfarben).
 
Literatur:
Doerner, Max (1980): Malmaterial und seine Verwendung im Bilde.Stuttgart: Enke (neu bearbeitet von Hans Gert Müller); Wehlte, Kurt (1992): Werkstoffe und Techniken der Malerei.Ravensburg: Maier; Pawlik, Johannes, Strassner, Ernst (1982): Bildende Kunst, Begriffe u. Reallexikon: [Malerei, Plastik, Architektur, Gebrauchsform].DuMont-Dokumente (7. ergänte Auflage)