Kunsttheorie

Mutterbegriff:

die Kunsttheorie bezieht sich meist auf die je zeitgenössische Kunst. Während es in Antike und Mittelalter zwar Kommentare über Wesen und Ziele bildender Kunst in Philosophie (Platon, Aristoteles, Cicero, Plinius ) und Theologie (T. von Aquin, Gregor der Große) ebenso gab, wie technische Probleme erörternde und Modellzeichnungen überliefernde Werkstattbücher (Villard d´Honnecourt, Cennino Cennini) kann von systematischen Kunsttheorien als eigenständigen Gattungen erst in der frühen Neuzeit die Rede sein.
Wichtige Ansätze dazu finden sich in den Commentarii v. Ghiberti, doch erst Leon Battista Albertis ´De pictura´ bzw. der kurz darauf entstandene, bis ins 17. Jh. unpubliziert gebliebene `Trattato della Pittura´ von Leonardo da Vinci verdienen die Bezeichnung Kunsttheorie. Kann für das 16. u. 17. Jahrhundert von einer veritablen Flut kunsttheoretischer Traktate in Italien, sowie von einer Herausdifferenzierung zahlreicher Einzelprobleme (paragone, ut-pictura-poesis, ut pictura rhetorica) die Rede sein, so verlagert sich die Produktion der Kunsttheorie im 17. Jh. nach Frankreich, Holland, Deutschland und schließlich auch nach England. Im 18. Jh. bildet sich dann eine genuin philosophisch fundierte Ästhetik heraus.