Kreuzgang

Mutterbegriff:

Der Kreuzgang ist ein als Quadrat oder Rechteck angelegter Gang (lat. ambitus), der zumeist südlich aber auch nördlich einer Bischofs-, Stifts- oder Klosterkirche liegt.

Als flach gedeckter bzw. gewölbter Gang öffnet er sich über einer Brüstung durch Arkaden zu einem als Garten angelegten Hof, der als Ort der Bestattung (Sepultur) dienen kann.

Die freien Seiten des Gangs sind nach festen Regeln von den Haupträumen des Klosters oder Stifts besetzt, die ausschließlich Nonnen oder Mönchen zugänglich sind (Klausur).


1. An der Ostseite des Kreuzgangs befinden sich

a) Versammlungsraum (Kapitelsaal),
b) Arbeits- und Studienraum (Auditorium),
c) Sprechraum (Parlatorium),
d) Schlafraum (Dormitorium) im Obergeschoss; im Dormitorium befindet sich ein Zugang in das Querhaus der Kirche.

2. An der Süd- bzw. Nordseite des Kreuzgangs befinden sich

a) Speiseraum (Refektorium),
b) Brunnenhaus (Nymphaeum),
c) Küche (Culinarium),
d) Wärmestube (Kalefaktorium).

3. An der Westseite des Kreuzgangs befinden sich

a) Vorratsräume,
b) Kleiderkammer (Vestarium).

c) Speiseraum für Laien (Refektorium).

Nicht direkt an den Kreuzgang schließen sich das Wohn- und Repräsentationshaus von Bischof, Kapitularen und Abt, sowie die Unterbringung der Novizen, das Hospital und die Pforte mit dem Empfangsraum für Gäste an.

Kreuzgang und angrenzende Räume einer mittelalterlichen Klosteranlage

Abbildungsnachweis
Kleines Wörterbuch der Architektur, Stuttgart 1998, S. 72, Abbildung 51 (bearbeitet).

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