Kalkmalerei

Mutterbegriff: Wandmalerei, Malerei

Kalkmalerei

Kalkfreskomalerei

 
Malerei auf einer reinen abgebundenen Putzmörtelwand (die aber noch baufeucht sein darf) mit Kalkmilch als Bindemittel.

Arbeitsprozess: Die Wand wird dazu zunächst gleichmäßig leicht genässt und nachdem die Nässe aufgesaugt ist stückweise mit einer Weißkalkschlämme überzogen, in die sofort hineingemalt wird. Verwendet werden die gleichen Pigmente? wie in der Freskomalerei, die mit dünner bis sahneartiger Kalkmilch angesetzt werden. Als Malmittel dient ebenfalls Kalkmilch oder (für Lasuren) Kalkwasser (Sinterwasser).

Die Bindung erfolgt durch Carbonatisierung der dünnen Kalkschicht und ist wasserunlöslich jedoch nicht wetterbeständig.

Bei Trocknung hellt die Malerei deutlich auf, sodass für farbkräftige oder dunkle Bildteile eine zusätzliche Bindung mit Kalkkasein üblich ist. Gelegentlich wird bei Bereitung der Kalkschlämme der Kalk nicht mit Wasser, sondern mit Magermilch verdünnt, um die Bindekraft des Kalkes zu erhöhen.

 
Seccomalerei

 
Quelle: Kurt Wehlte. 1992. Werkstoffe und Techniken der Malerei, Ravensburg: Maier, S. 436f.

 

 

Kalkseccomalerei

Malerei direkt auf dem abgebundenen Putzgrund mit Kalkmilch als Bindemittel, im Gegensatz zur Kalkfreskomalerei jedoch ohne vorab aufgetragene Kalkschlämme. Die Pigmente werden in Kalkmilch eingerührt und können direkt von der Palette weg verarbeitet werden. Die Bindung erfolg wie bei der Kalkfreskomalerei durch Carbonatisierung des Kalks. Es kann eine Kalkkaseinlösung hinzu gegeben werden, um die Probleme der reinen Kalkbindung (z.B.: mangelhafte Bindung auf stark saugenden Untergründen) zu umgehen. Die Grenzen wischen Kalk- und Kaseinmalerei? können dann unter Umständen verwischen.

 
Seccomalerei

 

Quelle: Kurt Wehlte. 1992. Werkstoffe und Techniken der Malerei, Ravensburg: Maier, S. 437.