Hund

Mutterbegriff: Attribut

Im Unterschied zur Antike wird der Hund in der Bibel überwiegend negativ angeführt. So z. B. als Sinnbild der Priester, die die Kirche aus Feigheit oder bösem Willen nicht verteidigen, oder als Sinnbild des sündigen Menschen, z. B. dort, wo der Hund zum Erbrochenen zurückkehrt und wieder davon frisst, und in dieser Bedeutung z. B. neben Eva oder im Zusammenhang von Kirchenräumen als Wasserspeier oder in Friesen erscheint. Auch als Reittier der Invidia (Neid) oder als Allegorie der Ira (Zorn) verwendet. Doch im religiösen Kontext kann er auch positiv gedeutet werden, indem etwa auf die heilende Wirkung der Zunge des Hundes und somit auf die Wirkung der Priester, bzw. des Glaubens angespielt wird. Seit der Antike und auch in der christlichen Literatur wird der Hund aber auch als Begleiter des Menschen und als Allegorie der Fides (Treue) beschrieben und dargestellt. So erscheint er etwa zu Füßen des guten Hirten auf spätantiken Sarkophagen oder auch zu Füßen Verstorbener. Doch die gleiche Tugend (Fides) kann auch mit anderer Absicht dargestellt werden: als Bereitwilligkeit des Gläubigen. Im Zusammenhang von Melancholie-Darstellungen kann der Hund jedoch wieder völlig andere Bedeutungen haben.
 
Lit.: Kirschbaum, E., G. Bandmann, W. Braunfels et alii (Hg.) Lexikon der christlichen Ikonographie. 8 Bde. Freiburg, Basel, Wien, Rom 1970. Henkel, A. u. A. Schöne (Hg.) Emblemata. Handbuch zur Sinnbildkunst des XVI. und XVII. Jahrhunderts. Stuttgart, Weimar (1967) 1990.


Glossar