Gouache

Mutterbegriff: Wasserfarbenmalerei, Deckfarbenmalerei, Bindemittel

Gouache, Gouachemalerei

(deutsch Guasch), die, von italienisch guazzo, "Lache",
 
Bezeichnung für deckende ->Wasserfarben (Deckfarben), die als (dünne) Schicht am Bildträger aufliegen. Die Schichtdicke kann dabei variieren, bis zu einer ->Lasur, die in ihrer Anmutung der ->Aquarellmalerei nahe kommt.
Die deckende Wirkung der Gouache wird durch ->Pigmente und oft den Zusatz von ->Füllstoffen erzielt. Wie die Aquarellfarben enthalten auch Gouache-Farben zumeist bzw. ursprünglich Pflanzengummi als ->Bindemittel.
Wegen dessen geringen Lichtbrechungsvermögens zeigen Gouachefarben -> Oberflächenlicht wie die Aquarellfarben und sind während des Malens in der Farbwirkung viel kräftiger als nach dem Trocknen.
Als Mittel für die Wandgestaltung in Schlössern und reichen Bürgerhäusern wurde sie von den aufkommenden industriell gefertigten Tapeten verdrängt. Vor der Erfindung der verschiedenen Fototechniken wurden Gouache-Farben vor allem für Bildnisse verwendet. Als Bildträger für als ->Miniaturen ausgeführte ->Porträts dienten meist dünne Elfenbeintäfelchen.
 
Der häufigste Malgrund ist Papier (auch ->Tonpapiere), gelegentlich auch Pappe (in kleinen Formaten), Holz und Gewebe.
Als Bindemittel verwendet man verschiedene Pflanzengummis, wie ->Gummi arabicum oder ->Dextrin, auch ->Tragant usw. Von Vorteil sind auch ->Zelluloseleime, die spannungsfrei auftrocknen und einem Überbinden (Glänzen der Oberfläche und Rißbildung durch zu großen Bindemittelbeigabe) entgegenwirken. Honig und Glyzerin lassen sich zur erhöhung der Geschmeidigkeit beimischen.
 
Die Pigmente für die Gouachemalerei sind dieselben wie für andere Wasserfarbentechniken. Bevorzugt werden organische Pigmente, die wegen ihrer geringeren Deckkraft den Zusatz von Füllstoffen wie Kreide nötig machen können.
 
Die Guachemalerei ist zumeist deckend bis halbdeckend. Auch ganz dünne Farbschichten sind möglich und lassen sich übereinander legen (->Lasurwirkung). Das Spektrum reicht von graphischem Einsatz in feinem Strich bis hin zu breitem, flüssigem Auftragen mit Borstenpinseln. Die Tönung des Grundes beeinflusst die Wirkung trotz des Deckvermögens merklich. Oft wird die Tönung des Grundes (z.B. bei Tonpapieren) in die Gestaltung mit einbezogen.
W. PAULKE, Tempera und Gouache-Malerei, Leipzig 1977; L. MUSCH, Grundkurs Gouachemalerei, Ravensburg 1987. Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann (http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_3625.html); Wehlte, Kurt (1992): Werkstoffe und Techniken der Malerei.Ravensburg: Maier