Gemälde

Mutterbegriff: Kunstgattung

ahd. gemālidi, mhd. gemæl(d)e: Malerei, Bild
 
Ein Gemälde im heutigen Sinne entsteht durch die künstlerische Technik der Malerei, d. h. Farbe (bestehend aus Pigmenten und Bindemittel) wird auf einen mobilen Bildträger aufgebracht. Im 19. Jh. wurde der Begriff Gemälde ausschließlich für Ölgemälde verwendet, heute für jedes gemalte Bild unabhängig seiner malerischen Technik.
 
 

  1. Bildträger: Als Bildträger wurden vor allem Holz und ab Mitte des 16. Jh’s Leinwand verwendet. Weitere mögliche Bildträger sind: Textile Träger, Papier, Karton, Pappe, Metall und Stein. Vor dem Farbauftrag wird der Bildträger in der Regel grundiert. Die Skizze? (Unterzeichnung) wird auf die Grundierung aufgebracht. Eine eventuelle Vergoldung (das Aufbringen von Blattgold) findet noch vor dem Auftrag der eigentlichen Malschicht statt.
  2. Farbstoff: Bevor Pigmente (Farbpartikel) ab dem 19. Jh. synthetisch hergestellt werden konnten, wurden sie aus Naturstoffen, Pflanzen, Erden, Halbedelsteine gewonnen.
  3. Bindemittel: Stoff, der die Farbpartikel untereinander, mit dem grundierten Bildträger sowie mit anderen Malschichten verbindet. Es lässt sich zwischen folgenden Bindemitteln unterscheiden: wässrige Bindemittel (Eigelb, Glutinleime, Pergamentleim, Pflanzengummen, Gummiarabikum, Kirschgummi), Trockene Öle (Leinöl, Walnussöl, Mohnöl), Harze und Wachse sowie Lösungsmittel (Terpentinöl, Lavendelöl, Steinöl).

 
 
Literatur: TURNER, Jane (Hg.). The Dictionary of Art. Macmillan, London 1996. NICOLAUS, Knut. DuMonts Handbuch der Gemäldekunde. DuMont, Köln 2003; KÜHN, Hermann u. a. Reclams Handbuch der künstlerischen Techniken Band 1: Farbmittel, Buchmalerei, Tafel- und Leinwandmalerei. Reclam, Stuttgart 1984 (2. Aufl. 1988).