Eichhörnchen

Mutterbegriff: Attribut


Eichhörnchen verfügen über eine ganze Reihe, zum Teil einander widersprechende Bedeutungen. In den Emblembüchern des ausgehenden 16. und 17. Jahrhunderts wird ein Eichhörnchen, das auf einem Stück Holz einen Fluss überquert und dabei den Schwanz als Segel/Steuer benutzt, als Sinnbild der „Selbsthilfe mit allen Mitteln“ genannt , während ein in Begleitung eines Schimpansen Nüsse knackendes Eichhörnchen für „Gewinn durch Erfahrung“ steht. Ein eine stachelige Kastanie bearbeitendes Eichhörnchen weist dagegen auf die Einsicht, dass es „kein Glück ohne Mühe“ gibt. Als Inbegriff hoffnungsloser Liebesmüh findet es sich hingegen dort, wo es - wie ein Hamster - in einem von Amor gedrehten Rad läuft. Nach einer im 13. und 14. Jh. verbreiteten Legende gilt das Eichhörnchen indes als Inbegriff des Egoismus, da es , sobald im Winter die Vorräte zur Neige gehen, sein Weibchen aus dem Bau vertreibt. Ist in diesen Fällen das Eichhörnchen stets als Allegorie entworfen, so wird bei Plinius und Vincent von Beauvais ds Tier eher beschrieben und dabei unter anderem auf die vorausschauende Umsicht des Eichhörnchens verwiesen, das sich etwa bei Unwetter gezielt schlafen legt, um erst danach wieder aktiv zu werden.
 
Henkel,Arthur u. Albrecht Schöne (Hg.) : Emblemata. Handbuch zur Sinnbildkunst des XVI. u. XVII. Jahrhunderts. Stuttgart, 1967/1996. Di Tanna, Marzia:”Dal bestiario lottesco: lo sciurus vulgaris” in: Osservatorio dell Arti,5, 1990, S. 44-50.