Duktus

Mutterbegriff: Stil, Stilistik


(der) [lat. ductus = das Ziehen, Führung, Leitung, innerer Zusammenhang]
 
Ursprünglich: Charakteristische Art bestimmter Linienführung einer Schrift: einen eigenwilligen, markanten Duktus haben. In der Kalligrafie beschreibt Duktus die charakteristische Änderung der Strichstärke beim Schreiben. Je nach Schreibwerkzeug (Breitfeder, Redisfeder etc.) und dessen Haltung kann die Strichstärke nahezu unverändert bleiben oder stark schwanken (»Wechselzug«).
 
Allgemein: Charakteristische Art der künstlerischen Formgebung, formal in der Strich- oder Pinselführung (bedingt durch die individuelle Motorik, das Temperament und den Formwillen eines Künstlers), auch insgesamt, die charakteristischen Formmerkmale in der ->Poetik eines Kunstwerks.
 
Beispiele: der Duktus seiner Verse ist unverkennbar; am Duktus des Gemäldes den Maler erkennen.“
 
DUDEN – Deutsches Universal Wörterbuch. Mannheim: Bibliograph. Institut, 1983