Bogen

Mutterbegriff:

Der Bogen (lat. arcus) ist eine gewölbte Konstruktion zur Überbrückung von Fenstern und Türen, die auf Pfeilern bzw. Säulen aufliegt. Der Bogen wird a) aus keilförmigen Steinen oder b) aus rechteckigen Steinen zusammengesetzt, zwischen denen sich keilförmige Fugen ausbilden. Er beginnt mit zwei Anfängersteinen (A), die auf dem Kämpfer (K) aufliegen, der mit einem Kapitell verbunden sein kann. Der Bogen endet mit dem Schlussstein (S), in dem sein höchster Punkt (Scheitelpunkt) liegt.

 

Bogen mit Quadersteinen (links) und Bogen mit Keilsteinen (rechts)

Die Spannweite (Sp) des Bogens bemisst sich durch den Abstand von einer Stütze zur nächsten. Die Stichhöhe (St) ist der Abstand von der oberen Kämpferlinie zum Scheitel. Laibung (L) nennt man die Innenfläche des Bogens, sie gibt zugleich seine Tiefe und die Tiefe der Mauer an, in die der Bogen eingefügt sein kann. Die Laibung hat ihr Gegenstück in der oberen Außenfläche dem Rücken (R) des Bogens.

Zu den bekanntesten Bogenformen zählen:

Bogenformen: 1) Parabelbogen, 2) Halbkreisbogen, 3) gestelzter Rundbogen, 4) Hufeisenbogen, 5) Korbbogen, 6) Segmentbogen, 7) gleichseitiger Spitzbogen, 8) gedrückter Spitzbogen, 9) überhöhter Spitzbogen oder Lanzettbogen, 10) Tudorbogen,

11) Kleeblattbogen, 12) Zackenbogen, 13) und 14) Schulterbogen, 15) Vorhangbogen, 16) Karniesbogen, 17) Kielbogen, Eselsrücken und 18) Schwanenhals, einhüftiger Korbbogen.

 

Abbildungsnachweis
Wilfried Koch: Baustilkunde, Gütersloh 1998, S. 434, Bogen mit Quadersteinen und Bogen mit Keilsteinen.
Hans Koepf/Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur, Stuttgart 1999, S. 76 f, Bogenformen.

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