Basis

Mutterbegriff:

Als Basis bezeichnet man in der Baukunst den eigens ausgebildeten Fuß von Säulen und Pfeilern.

Zuweilen auf einem quaderförmigen Sockel stehend, vermittelt die Basis ästhetisch zwischen der quadratischen Fußplatte (Plinthe) und dem vertikalen Stützglied. Dabei wird der Übergang von der Waagerechten zur Senkrechten durch unterschiedlich geprägte Profilierungen gemildert.

Die altionische oder samische Basis besteht aus (1) einem horizontal kannelierten Wulst (Torus) und (2) einer Abfolge von Hohlkehlen (Spira).
Die attische Basis besteht aus einer zwischen (1) zwei Wülsten (Tori) liegenden (2) Hohlkehle (Trochilus). Der obere Wulst ist niedriger und tritt zurück.



Vornehmlich die attische Basis wurde zu einer vorbildlichen Form, die bald zusätzlich mit Eckzierrat versehen wurde. Diese Verzierungen kommen in vielfältigen Variationen vor.

Als überleitende Elemente zwischen der quadratischen Plinthe und dem runden Säulenschaft wurden in den dort ausgebildeten vier Zwickeln blattähnliche, knollenähnliche oder spornähnliche Ornamente, sogenannte Eckblätter, Eckknollen oder Ecksporne, angearbeitet.
In der romanischen Baukunst konnten die Eckzwickel auch mit Fabelwesen oder anderem figürlichen Schmuck ausgebildet werden.

O. A., Eckblatt.


Alpirsbach, St. Nikolaus, figürliche Eckzier.



Abbildungsnachweis:

Bock, Emil: Schwäbische Romanik. Baukunst und Plastik im württembergischen Raum, Stuttgart 1973, Abb. 198.
Hennemann, Jürgen: Formenschatz der Romanik. Wegbegleiter durch die Kirchenbaukunst in Deutschland, Würzburg 1993, S. 161 (bearbeitet).
Kleines Wörterbuch der Architektur [Reclams Universal-Bibliothek, Nr. 9360], 12. Aufl., Stuttgart 1995, S. 14 und 120.

KS