Arkade

Mutterbegriff:

Die Arkade (lat. arcus: Bogen) ist ein offener auf Pfeilern oder Säulen lagernder Bogen. Bei fortlaufender Reihung ist der Begriff im Plural gebräuchlich: Arkaden. Die Gesamtheit der Arkaden eines Gebäudes oder Gebäudeteils heißt Arkatur.

Gegenüber dem horizontal verlaufenden Gebälk hat der aus Keilsteinen zusammengefügte Rundbogen eine größere Tragfähigkeit und kann zudem weitere Abstände der Stützen überbrücken.

Über den Arkaden verläuft zumeist das Arkadengesims, über dem sich in der Basilika eine mit Fenstern besetzte Wandfläche (Obergaden) erhebt.

Alpirsbach, St. Benediktus, Mittelschiff. Osnabrück, St. Petrus, Mittelschiff.

Speyer, St. Maria und St. Stephan, Chor, Außen.


Eine erste Blüte erreicht der Einsatz der Arkaden in der römischen Baukunst. Im frühchristlichen und mittelalterlichen Kirchenbau ist die Arkade sodann grundlegendes Gestaltungselement der Basilika, in der es das hohe Mittelschiff von den niedrigen Seitenschiffen scheidet, ohne die Räume durchgehend von einander zu trennen.

Zu den Variationen des Arkadenmotivs sowohl im Kirchen- als auch im Städtebau zählen:

1) Das Übereinanderstellen von Arkaden in mehreren Geschossen.

2) Die Blendarkade, die eine geschlossene Wandfläche dekorativ gliedert.

3) Zusammenfassung mehrerer Arkaden unter einem Blendbogen.

4) Die Reihung von Arkaden als Fensteröffnungen.

5) Sogenannte Zwergarkaden unter dem Hauptgesims romanischer Choranlagen (auch bei Türmen), die nach außen einen geöffneten Laufgang bilden (Zwerggalerie).

6) Die Öffnung des Erdgeschosses durch Arkaden nach der Straße (Loggia, Vorhalle) aus ästhetischen Gründen (einheitliches Straßenbild) und durchaus zu praktischen Zwecken (Straßenverkauf).

Die Stützenfolge mit geradem Gebälk heißt Kolonnade.

Abbildungsnachweis
Bernhard Schütz, Romanik. Die Kirchen der Kaiser, Bischöfe und Klöster zwischen Rhein und Elbe, Freiburg / Breisgau 1990, Abb. 99, Alpirsbach, Klosterkirche, Sankt Benediktus, Inneres von Osten.
Kerstin Fischer, Universität Osnabrück 2008, Osnabrück, Dom Sankt Petrus, Langhaus, Nordwand im Inneren.
Dethard von Winterfeld, Romanik am Rhein, Stuttgart 2001, S. 62, Speyer, Dom Sankt Maria und Sankt Stephan, Chor, Ansicht von außen.

AS