Apsis

Mutterbegriff:

Mit Apsis (griech. Rundung, Bogen) ist ein aus dem römischen Sakral- und Profanbau abgeleiteter nischenartiger Abschluss des Kirchenraumes bezeichnet. Dieser bildet zumeist über halbkreisförmigem Grundriss einen entsprechend halbzylindrischen Raum aus, der mit einer Halbkuppel (Kalotte) überwölbt ist.

Die Apsis befindet als Teil des Chores im Osten und bei Doppelchoranlagen auch im Westen einer Kirche. Ihr können kleinere Nebenapsiden (Apsidiolen) als Abschlüsse der Seitenschiffe und Querschiffe zugeordnet sein.

Hildesheim, Sankt Michael, Grundriss. Monreale, Dom, Inneres, Apsis.


Seit der Spätromanik erhalten die Apsiden zunehmend polygonale Gestalt. Sowohl innen als auch außen ist ihre rechteckige oder polygonale Ummantelung möglich.

Der bereits seit dem vierten Jahrhundert eingesetzte Bildschmuck der Apsiden nimmt Bezug auf christliche Liturgie, spiegelt aber ebenso dogmatische Lehrgehalte.

Auf die Unterscheidung von Chor und Apsis ist im gotischen Kirchenbau zugunsten eines tiefen polygonal geschlossenen Chores verzichtet. Als Bildträger treten nun Glasfenster und Skulptur in den Vordergrund.

Abbildungsnachweis
dtv-Atlas Baukunst, Band 2, S. 384, Hildesheim, Sankt Michael, Grundriss.
Helen Evans/William Wixom, The Glory of Byzantium, New York 1997, S. 439, Monreale, Dom, Inneres, Apsis, 1180-1190.

AS