Abakus

Mutterbegriff:

Der Abakus (lat. abacus von griech. abax: Tischplatte, Spielbrett) ist die zumeist quadratische Deckplatte des antiken Kapitells, dessen oberen Abschluss sie bildet. Auf dem Abakus liegt mit dem Architrav der untere Teil des Gebälks auf. Sowohl in der Antike als auch in den die Antike nachahmenden Baustilen ist der Einsatz des Abakus die Regel.

Die Ausbildung jeweils anderer Abakusvarianten setzt an mit einer frühen Form, der Abakussäule, bei der ein ungegliederter Abakus direkt auf dem Säulenschaft aufliegt.

Mit der dorischen Ordnung dann tritt als ständiges Element das Kapitell zwischen Säule und Abakus, der ganz schlicht und in der Gliederung nicht weiter ausdifferenziert ist.

a) dorisches Kapitell:

Abakus auf dorischem Kapitell (bearbeitet)

 

Im Gegensatz zum dorischen Kapitell sind in den Abakus des ionischen und den des korinthischen Kapitells dekorative Bänder eingefügt.

IDevice Icon
b) ionisches Kapitell: Bild anzeigen
b) ionisches Kapitell:
Eierstab und Perlstab. Bild anzeigen
Eierstab und Perlstab.
c) korinthisches Kapitell:  Bild anzeigen
c) korinthisches Kapitell:
d) Kompositkapitell: Bild anzeigen
d) Kompositkapitell:

Im Kompositkapitell (römisches Kapitell) sind die Abakusseiten konkav geschwungen und in der Mitte oft mit einer sogenannten Abakusblume besetzt.

In der frühen christlichen Baukunst wird der Abakus häufig durch einen Kämpfer ersetzt. Dieser kann in der mittelalterlichen Baukunst ganz entfallen.

Abbildungsnachweis
Emily Cole (Hg.), Stilformen und Epochen der Weltarchitektur, Köln 2005, S. 98 Abakus auf dorischem Kapitell (bearbeitet) und dorische Ordnung; S. 100 Ionisches Kapitell, Eierstab und Perlstab und Ionische Ordnung; S. 102 korinthische Ordnung; S. 103 korinthisches Kapitell; S. 229 Kompositkapitell.

AS