Lesen und verwerten

In diesem Abschnitt wird Ihnen beispielhaft gezeigt, wie Sie lernen, sich wissenschaftliche Texte so anzueignen, dass sie für Ihre eigene Arbeit verwertbar werden.

Haben Sie korrekt bibliographiert, so wissen Sie, dass der Katalog zur großen in Washington, Bergamo und Paris gezeigten Lotto-Ausstellung die aktuellste Publikation darstellt und dass diese in verschiedenen Übersetzungen vorliegt. Sie haben auch festgestellt, dass es den Katalog in deutscher Übersetzung nicht gibt.

Für das vorliegende Beispiel haben wir angenommen, dass Sie den Katalog per Fernleihe kurzfristig nur in französischer Sprache erhalten und den entsprechenden Eintrag zum Portrait gefunden haben. Er ist hier im Originallayout zum Herunterladen abgelegt:

Double portrait d'un homme et de sa femme in: Lorenzo Lotto (1480-1557) Galeries nationales du Grand Palais 13 octobre - 11 janvier 1999. Paris, 1998

Spätestens jetzt haben Sie begriffen, wie wichtig Fremdsprachen für KunstwissenschaftlerInnen sind. Tatsächlich liegen viele für die wissenschaftliche Arbeit unverzichtbare Veröffentlichungen nicht in deutscher Sprache vor. Vielleicht kennen Sie ja stets einen passenden Franzosen/Italiener/Engländer/Holländer, der Ihnen den Text übersetzt. Schlauer ist es, Sie eignen sich sukzessive eigene, wenn auch vielleicht nur passive Sprachkenntnisse an. Im Internet zur Verfügung gestellte Übersetzungsdienste oder -programme können Ihnen helfen und Sie sollten sie ausprobieren.1
Wir haben es für Sie ausprobiert und den Text mit Hilfe von Übersetzungsdiensten und Wörterbüchern aus dem Internet übersetzt. Ein durchaus mühsames Unterfangen, aber mit Plausibilitätsüberprüfungen und weiteren Recherchen führt es auch für Sprachunkundige zu brauchbaren Ergebnissen. Das Ergebnis können Sie sich hier (Übersetzung des Katalogtextes von Holger Manthey) herunterladen. Eine auf dieser Basis überarbeitete und korrigierte Übersetzung von Victoria von Flemming finden Sie im Abschnitt "Katalogtext-Übersetzung".

Aufgabe:

Drucken Sie sich am besten den Text in der Originalversion aus, lesen Sie ihn (ggf. unter Zuhilfenahme der Übersetzung) genau durch, streichen Sie Relevantes an und machen Sie sich außerdem grundsätzlich Notizen. Nur so können Sie einigermaßen sicher sein, die im Artikel dargelegten Inhalte bei Ihrer Arbeit (und den hier folgenden Tests) abrufbar gespeichert zu haben. Das ist umso wichtiger, als Sie nicht nur diesen sondern zahlreiche wiss. Texte zu einem Thema lesen werden. Und da ein wesentlicher Teil wissenschaftlicher Arbeit im kritischen Vergleich unterschiedlicher publizierter Positionen besteht, sollten Sie sich von vornherein für eine Systematik Ihrer Notizen entscheiden. Aus Erfahrung raten wir zu realen oder virtuellen Karteikarten, die, wie auf der nachfolgenden Graphik, den heterogenen Themen und Problemen der Forschung entsprechend inhaltlich gegliedert werden. Während Sie ein recht gutes kostenloses Literaturverwaltungsprogramm unter http://www.lit-link.ch/index.php finden, liefern Ihnen wichtige Tipps zu diesem Thema im Vertiefungsmodul „Effizent exerpieren“.

 

aktive Grafik: Beispiel für Karteikarten