Malerei (Lorenzo Lotto)

In diesem Modul geht es nicht nur um die Wahrnehmung von Kunstwerken, sondern vor allem um deren Beschreibung. Eine adäquate Sprache für Bildwahrnehmungen zu finden, ist schwierig. Aneignung und Verwendung der entsprechenden Terminologie sind nur wichtige Hilfsmittel, nicht etwa Garant für eine gute Beschreibung. Warum diese so wichtig ist, zeigt sich durch Blick auf eine Ihnen immer wieder begegnende Standardsituation: Sie müssen Ihrem Publikum ein Werk (Malerei, Architektur,Skulptur) erklären, das allen, nicht nur Ihnen vor Augen steht. Das heißt, Sie müssen sehr strukturiert vorgehen, Langeweile vermeiden und vor allem vorab entschieden haben, wo Ausführlichkeit, wo Knappheit geboten ist. Kriterien für diese Entscheidung gewinnen Sie aus Schwerpunkten und Zielen Ihrer Argumentation. Grundsätzlich hilfreich ist, vom großen Ganzen zum Detail zu gelangen, anfangs die technischen Daten (Größe, Technik, ggf.Aufbewahrungsort)eines Kunstwerks nennen, dann das Dargestellte korrekt zu identifizieren, Mimik/Gestik/Haltung(Interaktion) zu charakterisieren und schließlich wichtige, die Komposition betreffende Strategien, also Anordnungen, Kontraste bzw. Korrespondenzen (Struktur)zu benennen. Dies Drei-Schritt-Modell ist praktisch auf jedes gegenständliche Bild übertragbar und hilft Ihnen, Beschreibungen zu systematisieren. Für Architektur und Skulptur wird es entsprechend variiert. Spannender wird jede Beschreibung sicher, sobald Ihnen gelingt, zugleich das Narrative eines Werkes hervorzukehren, also zu zeigen was Werke "erzählen". Das können Ihnen die hier konzipierten interaktiven Tests sicherlich nicht leisten. Sie vergegenwärtigen jedoch einmal mehr, nach welchen Kriterien beschrieben werden kann, welche Terminologie Sie sich sukzessive aneignen sollten und schließlich, wie lohnend es ist, bei der Beschreibung jedes Wort genau abzuwägen.

Lorenzo Lotto: Doppelportrait eines Mannes und seiner Frau, 1523-24:

Lorenzo Lotto: Doppelporträt

Lorenzo Lotto: Doppelportrait, 1523-1524, Öl auf Leinwand. 96 x 116 cm, Eremitage, Sankt Petersburg

Zunächst haben wir das Bild hoch aufgelöst und einen sogenannten "Bildbetrachter" eingefügt. Dessen Zoom-Funktion ermöglicht, dass Sie sich auch Details des Gemäldes genau ansehen können.

Übungen

In drei unterschiedlichen, sich sukzessive steigernden Übungen werden Sie aufgefordert, dem Gemälde  bestimmte Begriffe zuzuordnen. Statt Sie vorab zusammenhanglos mit Fachausdrücken zu konfrontieren, haben wir uns für eine learning by doing - Methode entschieden. D. h. Sie bekommen eine Reihe von Worten, z.T. auch Ihnen unbekannte Termini angeboten und müssen versuchen, diese den entsprechenden Bildteilen zuordnen. Was Ihnen noch nicht hinreichend vertraut oder völlig unbekannt ist, können Sie in einer "Aktentasche" sammeln und von dort aus "nachschlagen". Das führt Sie ins "Lexikon", wo die je gesuchte Information nicht isoliert, sondern in einen systematischen Zusammenhang eingebettet geliefert wird. Wenn Sie z. B. "Öl auf Leinwand" nachschlagen, werden Sie nicht allein auf eine Erklärung dieser, sondern eben auch auf Darstellung und Erläuterung anderer künstlerischer Techniken stoßen. Der größte Teil der im Lexikon zu findenden Informationen wurde von artcampus (Bern) zusammen gestellt  und steht Ihnen aufgrund eines Kooperationsvertrages zur Verfügung. Deshalb werden Sie automatisch mit den dort bereitgestellten Materialien verlinkt. Es kann aber auch separat (M 8) konsultiert werden.