Reduktion und Selektion I

Eine weitere Beeinflussung von Wahrnehmung entsteht durch die Notwendigkeit, Komplexität zu reduzieren. Zwar bildet sich - einem Fotoapparat vergleichbar - die Außenwelt über die Pupille auf der Netzhaut ab. Doch schon zu Beginn der Verarbeitung von Sinnesreizen werden die empfangenen Signale auf ca. 1/5 der Gesamtmenge reduziert; danach werden sie durch eine Reihe von „Filtern“ abermals verändert und schließlich durch Zuordnungen einmal mehr dezimiert. So entsteht eine beindruckend hohe Reduktion des Wahrgenommenen, sie ist gleichwohl unabdingbare Voraussetzung für Orientierung. Aus eigener Erfahrung ist Ihnen bekannt, dass ein Verzicht auf Reduktion, beispielsweise den Besuch einer Massenveranstaltung in Überforderung und Orientierungslosigkeit enden lassen würde.

Erheblich Unterschiede sind indes für Art und Weise der Reduktion festgestellt worden: sie können von eigenen und fremden Interessen, von der Geschwindigkeit der wahrnehmbaren Bilder, aber etwa auch von qualitativ unterschiedlichen Sinnesreizen bestimmt werden.   

iDevice Icon Wahrnehmungsübung
Im folgenden Video sehen Sie zwei Teams mit Basketbällen.  Die in weiße bzw. schwarze T-Shirts gekleideten Mannschaften spielen sich laufend die Bälle zu.  

Versuchen Sie zu zählen, wie viele Ballkontakte die Mannschaft in den weißen T-Shirts hat.
(Video: Visual Cognition Lab, University of Illinois, USA)

 




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